Wir Sänger der Schola durften am 7. September, aus Anlass unseres 25-jährigen Bestehens, eine Reise nach Einsiedeln unternehmen, denn hier befindet sich das schweizerische „Zentrum der Gregorianik“, verkörpert durch den kompetenten und engagierten Mönch P. Roman. (Im Jahr 2010 nach seinem 90. Geburtstag verstorben)
Mit einem Kleinbus chauffierte uns der Sängerkollege Roland Bobst nach Einsiedeln, wo wir im Restaurant „Schifflände“ das Mittagessen einnehmen konnten.
Schon um 13:30 Uhr erwartete uns der ehemalige Abt P. Martin Werlen zur Führung durch das Kloster. Seiner Philosophie entspre-chend startete er mit der Führung direkt vor der imposanten
Wallfahrtskirche, mit sehr persönlichen Gedanken und Worten: „Dieser gewaltige Kirchenbau entspricht nicht mehr dem
ursprünglichen christlichen Gedankengut, zu dem viele Kleriker von heute zurückkehren möchten. Denn diese Kirche wurde von einem weltlichen Fürstabt erbaut, quasi als Machtdemonstration im Baustil eines Schlosses“. Auch alle seine folgenden Erläuterungen regten zu Fragen und Diskussionen an. Und gerade deshalb mündete seine Betrachtungsweise in die musikalisch schlichten Gregorianischen Gesänge, deren Texte bewusst von den Melodieführungen verstärkt werden, und bis heute von Komponisten beachtet werden.
In der Kirche machte er Halt vor der Namenliste der verstorbenen Mönche und wies auf den Namen von Pater Roman Bannwart, den Vermittler und Hochschuldozenten für Gregorianik, von dem wir aufgrund der Ausbildung unseres Dirigenten nach wie vor profitieren; es war sein Anliegen, dass uns eine Führungsperson zugeteilt wird, die Pater Roman noch persönlich erlebte, darum übernahm der ehemalige Abt persönlich die Führung. Lächelnd wies er uns den Platz an, wo wir über der Gruft der Mönche, unter der Weihnachtskuppel (dem höchsten Punkt der Kirche) unsere beiden Gesänge „Signum Magnum est“ und „Dominus dixit ad me“ darbieten
durften. Diese Gesänge haben wir Pater Roman als Zeichen des Dankes gesungen. Vielleicht hat uns Pater Roman erstaunt zugehört, vor allem bei seinem Lieblingsgesang „Dominus dixit ad me“: „Der Herr sprach zu mir“.
Beide Gesänge verwenden wir stets in unseren Gottesdiensten:ersteren an Maria Himmelfahrt (unser Marienaltar entspricht genau dem Choral-Text) und den zweiten im Adventsgottesdienst des Gaudete-Sonntags.
Anschliessend setzten wir unsere Reise fort, aus Tradition zu einer Brennerei, die auch Whisky brennt, nach Altbüron zur Familie Stadelmann. – Im „Löwen“ der Nachbargemeinde Grossdietwil
setzten wir uns vor der Heimfahrt noch kurz zum Abendbrot zusammen.
Für all dies genossen wir die Unterstützung der Kirchgemeinde, und wir danken sehr herzlich für diese grosszügige Wertschätzung unseres Wirkens.
Rudolf Schumacher, Chorleiter

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